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4000 Buchen in 3 Tagen

Die Achtklässler der Meckenheimer Theodor-Heuss Realschule haben den Unterricht in den Wald verlegt und vor Ort drei Tage lang 4000 Buchen gepflanzt. Die Laubbäume sollen dazu beitragen, die durch die Schädlinge entstandenen Lücken im Fichtenwald aufzufüllen.

Auch Pascal ( vorne l.) aus der Klasse 8 b der Theodor-Heuss-Realschule pflanzte ein Bäumchen im Kottenforst. (Foto: Böschemeyer)

MECKENHEIM - Klimawandel im Kottenforst: Weil eine durch die steigenden Temperaturen stetig wachsende Borkenkäferpopulation das rund 4000 Hektar große Waldgebiet bedroht, verlegten die Achtklässler der Meckenheimer Theodor-Heuss-Realschule den Unterricht kurzerhand in den Wald. Vor Ort pflanzten sie an drei Tagen insgesamt stolze 4000 Buchen. Grund für die Aktion: Die Laubbäume sollen dazu beitragen, die durch die Schädlinge entstandenen Lücken im Fichtenwald aufzufüllen.

Bereits zum vierten Mal hatte das Meckenheimer Dachdeckerunternehmen Degen die Aktion zusammen mit dem zuständigen Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft und der Realschule organisiert. Vorbild ist die weltweite Schülerinitiative „Plant for the Planet“, bei der Kinder und Jugendliche rund um den Globus in Eigenregie Bäume pflanzen.

Doch bevor die Achtklässler so richtig loslegen konnten, mussten sie die vier bis fünf Jahre alten Buchen erst einmal ausgraben: Denn die knapp einen halben Meter großen Laubbäume kamen nicht etwa aus der Baumschule, sondern aus den eigenen Beständen des Forstes. Der Vorteil: Die jungen Bäume sind bereits an die Bedingungen im Kottenforst gewöhnt, erklärte Fachgebietsleiter Stephan Schütte vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft. plantfortheplanet2012

Bei einer theoretischen Einführung erläuterte Umweltpädagoge Manfred Hören den Teenagern, worauf es beim Ausgraben ankommt: „Es ist wichtig, sorgsam zu arbeiten und das Wurzelwerk der Bäumchen nicht zu verletzen“, so der Experte. Damit die Wildlinge, wie die umgesiedelten Jungbuchen im Fachjargon heißen, gut gedeihen könnten, müssten die Bäume außerdem schnell wieder in die Erde gesetzt werden. Warum ausgerechnet Buchen die Lücken im Fichtenbestand ausfüllen sollen? Grund dafür seien die Vorlieben des Buchdruckers, eines großen, achtzähnigen Fichtenborkenkäfers, der nur Fichten, nicht aber Buchen befalle, erklärte Schütte. Außerdem seien Buchen wesentlich sturmbeständiger als Nadelbäume. Einige zerborstene Bäume zeugen noch von den Sturmschäden. Die Durchmischung sorge außerdem dafür, dass die Nadelwälder in klimatolerante Mischwälder umgewandelt würden.

Nicht nur die Natur, auch die 85 Jugendlichen hätten von der Aktion profitiert, freute sich Lehrer Ewald Auel. Denn durch die gemeinsame Arbeit sind die Achtklässler näher zusammengerückt: „Mir hat an der Aktion gefallen, dass sie unseren Teamgeist geweckt hat“, freute sich etwa die 13-jährige Andrea, die damit aussprach, was viele dachten. Und auch der 13-jährige Luca meinte: „Es hat Spaß gemacht, draußen in der Natur und im Team zu arbeiten“.

Bericht von Rebecca Brockmeier, 08.03.12 (Kölnische Rundschau)

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