Login
THR-News

Kooperation von Theodor-Heuss-Realschule und Forstamt

 

 

 

 

 

 

 

Foto: abk

Alle packten mit an und pflanzten im Kottenforst den Wald von morgen: Ben (2.v.l.), seine Mitschüler, Forstamtsleiter Uwe Schölmerich (Mitte), Schulleiterin Claudia Hesseler (3.v.r.) sowie Martin und Bärbel Weihsweiler (rechts).

Meckenheim (abk). Ben weiß genau, wie es geht, schließlich hat er seit Stunden geübt: erst mit dem Spaten ein Vierkantloch ausheben, dann den Buchensetzling so einsetzen, dass der Wurzelhals noch mit Erde bedeckt wird und schließlich das Loch mit Erde anfüllen, Mineralerde nach unten, Humus nach oben. Ben besucht die 8c der Meckenheimer Theodor-Heuss-Realschule und hat mit seinen Klassenkameraden einen ganzen Tag im Kottenforst Bäume gepflanzt. Insgesamt etwa 3000 Buchen und Erlen haben Ben, seine Klassenkameraden und die beiden anderen achten Meckenheimer Realschulklassen auf einer Freifläche im Kottenforst klassenweise in drei Tagen eingepflanzt. Zuvor hatten die Schüler die Setzlinge selbst im Wald an anderer Stelle ausgegraben. Die Aktion stand unter dem Motto "Stop Talking - Start Planting!", wurde von Bärbel und Martin Weihsweiler, den Inhabern der Meckenheimer Handwerkerfirma "Degen Bedachungen" initiiert und getragen und vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft tatkräftig unterstützt. Dass die Schule ohne Unterstützung solch eindrucksvollen Unterricht vor Ort nicht leisten könne, betonte Schulleiterin Claudia Hesseler. Einen aktuellen Bezug habe die Baumpflanzaktion im "Jahr der Nachhaltigkeit", erklärte Forstamtsleiter Uwe Schölmerich. Genau vor 300 Jahren habe Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz den Begriff der Nachhaltigkeit geprägt und darauf hingewiesen, dass man nicht mehr Holz schlagen darf als nachwächst. Im Kottenforst gehe es jetzt darum, Fichten durch heimische Laubbäume zu ersetzen. Dabei bilden die von den Schülern gesetzten Buchen und Erlen die Grundlage zur Entwicklung zum Mischwald. Auch in den vier vorausgegangenen Jahren hat das Ehepaar Weihsweiler die Schüler-Aktion im Rahmen von "Plant for the Planet" in Kooperation mit dem Forstamt durchgeführt, nicht nur um nachhaltig Bäume im Wald, sondern auch um Umweltbewusstsein in die Köpfe der Schüler zu pflanzen.

Foto: abk
Bericht aus Blickpunkt-Meckenheim, April 2013


 

Pflanzaktion der Theodor-Heuss-Schule

"Das ist jetzt auch unser Wald"

RÖTTGEN.  Die Arme werden schwer, der Rücken tut weh und die Hände sind wund. "Trotzdem macht das viel mehr Spaß, als in der Schule zu sitzen", sagte Maren Thomssen. Ohnehin sei Schmutzigwerden viel cooler. Die Achtklässlerin pflanzte diese Woche mit ihren Schulkameraden 3000 Buchen im Kottenforst. Drei Tage lang buddelte jeweils eine Klasse der Theodor-Heuss-Realschule Meckenheim im Waldboden.

wald

Behutsam pflanzen Maren Thomssen und Lukas Schreiner den Buchensetzling ein. Foto: Nicolas Ottersbach

Die etwa drei Jahre alten Setzlinge besorgten sie sich aus dem umliegenden Wäldern. "Wir schaffen hier eine Wildnisfläche", sagte Manfred Hören vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft. Er begleitete die 14- bis 15-Jährigen.

In dem rund drei Hektar großen Areal, auf dem vorher Fichten standen, pflanzten die Schüler immer kleine Grüppchen von 20 Buchen, drum herum eine Reihe Erlen. "So schützen wir die Setzlinge vor Frost", erklärte Hören. Mindestens genauso gefährlich sei die Brombeere: Die überwuchere schnell die freie Fläche und damit auch die kleinen Bäume. Am Ende blieben von jeder Gruppe nur ein bis zwei starke Bäume übrig.

"Löcher graben ist am anstrengendsten", sagte Schülerin Olivia John. Zwar sei der Waldboden locker, doch darunter verberge sich ein dichtes Wurzelnetz. In die dreißig Zentimeter tiefen Gruben kam neben dem Setzling auch Mineralerde. "Ohne die können die Bäume nicht wachsen", hatte Maren Thomssen am Tag gelernt.

Finanziert wurde das Projekt, das bereits ins fünfte Jahr geht, vom Ehepaar Bärbel und Martin Weihsweiler. Sie packten mit an, ebenso wie Schulleiterin Claudia Hesseler. "Das, was hier gemacht wird, können wir in der Schule gar nicht leisten", sagte sie.

In Biologie stehe zwar die Photosynthese auf dem Lehrplan, was das bedeute und welche Auswirkungen Pflanzen auf die Erde hätten, erlebe man aber nur im Wald. Deshalb wollen die Schüler regelmäßig vorbeischauen und ihren Buchen beim Wachsen zusehen: "Das ist jetzt auch unser Wald."

Aus General-Anzeiger Bonn, April 2013
Artikel und Foto: Nicolas Ottersbach

bilder

 

   

Termine  

   

Berufswahlorientierung  

   
   
   

THR ist ...