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Bericht aus dem Generalanzeiger Bonn v. 09.05.2017


Obstwiesenpädagogik
Kinder lernen die Artenvielfalt der Streuobstwiesen kennen

steuobstwiese2017

                                                                                                                                                    Foto: Sebastian Laubert

Begeistert streicheln die Schülerinnen die Moorschnucken und deren Lämmer, die Teil des Umweltunterrichts sind.

 

MECKENHEIM. Meckenheimer Schüler besuchen den Sortengarten der Biologischen Station. Dort findet das umweltpädagogische Projekt des LVR-Netzwerks Kulturlandschaft mit dem Thema "Eine runde Sache – Obstwiesenpädagogik" statt.

Von Anita Borhau-Karsten, 09.05.2017

Rund um die Apfelstadt befindet sich das drittgrößte Obstbaugebiet Deutschlands. Die niedrigstämmigen Apfelbäume stehen dort aufgereiht in den Plantagen und prägen die Kulturlandschaft. Den Ursprung des Obstbaus auch in der Region bildeten einst Streuobstwiesen zur bäuerlichen Selbstversorgung mit ihren hochstämmigen Bäumen, unter denen früher Schafe und Rinder weideten.

Eine solche Streuobstwiese mit ihrer Artenvielfalt können im Rahmen zweier Aktionstage seit Montag 75 Fünftklässler der Theodor-Heuss-Realschule Meckenheim im Rahmen des Projektes „Eine runde Sache – Obstwiesenpädagogik“ erfahren und dabei viel Neues erleben: Schafe streicheln, Kräuter bestimmen oder Einblicke in Bienenstöcke erhalten.

Besonders begeistert waren die Fünftklässler von den Moorschnucken und ihren Lämmern, die Schäfer Sven Kämena extra zur Anschauung nach Meckenheim gebracht hat. Sie seien „so süß und weich“, erklärten Nicole und Tessa einhellig. Emelie findet die Kräuter spannend, die alle auf derselben Wiese wachsen: Wiesenkerbel, Schafgarbe, Löwenzahn, Brennnesseln und sogar Vergissmeinnicht.

Das umweltpädagogische Projekt fußt auf einer Kooperation des Zweckverbands Naturpark Rheinland, der Biologischen Station im Rhein-Sieg-Kreis und des Landschaftsverbandes Rheinland LVR. Es gehe darum, das alte Wissen, über das auch Eltern nicht mehr verfügen, in die Köpfe der Kinder zu bringen, erläuterte Xenia Scherz von der Biologischen Station. „Es ist unser Vorzeigeprojekt“, betonte Martina Gelhar vom LVR.

Insgesamt habe der LVR seit 2014 300 000 Euro investiert. Grundschulen und weiterführende Schulen im gesamten Rhein-Sieg-Kreis nehmen teil. „Ein solches Projekt, bei dem das Ökosystem Streuobstwiese anschaulich wird, gehört nach Meckenheim“, sagte Bürgermeister Bert Spilles und erinnerte an die Anfänge des Meckenheimer Obstbaus durch ein Dekret des Landwirtschaftlichen Vereins Rhein-Preußen im 19. Jahrhundert, der bereits den Anbau von Obstbäumen auch in der Nähe von Schulen forderte.

Der Meckenheimer Sortengarten, der sich im Eigentum der Stadt befindet, stelle einen besonderen Schatz dar, erläuterte Scherz. Etwa 60 bis 80 Jahre alt seien die Bäume, die dort wachsen. Apfel-, Kirsch-, Zwetschen- und Mirabellenbäume, auch Quitten und Mispelbäume unterschiedlicher, vor allem alter Sorten hat dort einst jemand angepflanzt. Obstbäume lassen sich nur mithilfe von Reisern vermehren, abgeschnittenen Trieben, die dann veredelt werden. So bilden die Bäume eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt ihrer Sorte.

Auch dass das Projekt keine einmalige Aktion sein soll, hob Scherz hervor und sprach die Einladung an die Schüler aus, im Herbst wiederzukommen, bei der Ernte zu helfen, auch beim Baumschnitt im Winter dabei zu sein und die Streuobstwiese fest in den Unterricht der Theodor-Heuss-Realschule zu integrieren. „Wir bleiben am Ball“, sagte Schulleiterin Claudia Hesseler zu. Für die Fünftklässler bedeute der Besuch des Sortengartens ein unvergessliches Erlebnis, prognostizierte Biologie-Lehrer Ewald Auel.

 

Weitere Infos/Fotos zum Projekt unter http://www.naturpark-rheinland.de/umweltbildung/streuobstwiesen-projekt/index.html

   

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